Jahresbericht der Luis Paulo-Stiftung - Rumpfgeschäftsjahr 01.09. – 31.12.2025
Hintergrund der Stiftung – aus einer Tragödie wird Hoffnung
Die Luis Paulo-Stiftung ist aus einem Ereignis entstanden, das uns alle zutiefst erschüttert hat – und zugleich aus einer außergewöhnlicher Tat heraus. Am 4. Juni 2025 wurde unser Sohn Luis Paulo in Hürth bei einem tragischen Verkehrsunfall aus dem Leben gerissen. Als Schulbegleiter begleitete er an diesem Morgen mehrere Kinder über eine Fußgängerampel, die Grün zeigte, als ein Autofahrer ungebremst in die Gruppe fuhr. In einem Bruchteil einer Sekunde schob Luis vier Kinder zur Seite und rettete ihnen so das Leben. Er selbst wurde beim Versuch ein weiteres Kind zu retten, tödlich verletzt.
Auch über seinen Tod hinaus blieb Luis seinem tiefen inneren Kompass treu. Bereits drei Jahre zuvor hatte er sich bewusst für eine Organspende entschieden. Durch diese Entscheidung konnte nach seinem Tod drei weiteren Menschen das Leben gerettet werden. Dieses Handeln – mutig, selbstlos und von tiefer Verantwortung für andere getragen – ist der Kern dessen, was die Luis-Paulo-Stiftung heute verkörpert.
Die Stiftung wurde am 1. September 2025 gegründet. Der vorliegende Jahresbericht umfasst somit ein Rumpfgeschäftsjahr von vier Monaten – und doch ist in dieser kurzen Zeit bereits Großes entstanden.
Der Stiftungszweck – aus Luis’ Leben und Werten abgeleitet
Der Zweck der Luis Paulo-Stiftung ist unmittelbar aus dem Leben, den Überzeugungen und dem Handeln von Luis abgeleitet.
Zum einen ist es der tragische Unfall selbst, der uns verpflichtet. Die Verkehrssicherheit, insbesondere für Kinder, muss verbessert werden. Prävention, Sichtbarkeit und Schutz im Straßenraum sind entscheidend, damit sich eine solche Katastrophe nicht wiederholt. Luis war in seinem letzten Moment ein Schutzschild für Kinder.
Zum anderen war Luis schon zu Lebzeiten ein Mensch, der über den eigenen Horizont hinausblickte. Trotz begrenzter finanzieller Mittel unterstützte er soziale Organisationen mit regelmäßigen Spenden. Besonders am Herzen lag ihm ein soziales Handballprojekt in Brasilien, in dem Sport, Gemeinschaft und Perspektive für Kinder aus schwierigen Lebensverhältnissen zusammenkamen. Er glaubte an die Kraft des Sports, an Würde, an Bildung und an Chancen – unabhängig davon, in welchem Umfeld und Land ein Mensch geboren wird.
Diese beiden Linien – Schutz von Kindern und Förderung sozialer Teilhabe – bilden das Fundament der Luis Paulo-Stiftung.
Aufbau und erste Erfolge im Gründungsjahr
Obwohl die Stiftung erst im September 2025 ihre Arbeit aufgenommen hat, war die Resonanz aus der Gesellschaft überwältigend. In nur wenigen Monaten wurden vielfältige Spendeninitiativen ins Leben gerufen, getragen von Vereinen, Unternehmen, Schulen, Initiativen und Einzelpersonen.
Besonders stark war die Unterstützung aus der Handball-Gemeinschaft: Sein Heimatverein, der Verein, für den er zuletzt gespielt hat und Vereine aus der Umgebung gaben uns die Möglichkeit die Stiftung vorzustellen und Spendenaktionen zu veranstalten. Auch hat in Königswinter ein Autohaus eine Reifenservice Aktion durchgeführt und weitere Unternehmen bzw. Geschäfte riefen eigene Initiativen ins Leben. Ein Leichtathletikverein aus der Umgebung veranstaltete einen Spendenlauf. Bei all diesen Aktionen wurden signifikante Beträge für die Stiftung gesammelt.
Wir durften außerdem bei überregionalen Laufveranstaltungen präsent sein und wurden mit Spenden bedacht. Zudem wurden in Königswinter bei privaten Waffelbackaktionen Spenden gesammelt. Bei einem privaten Weihnachtsmarkt ebenfalls in Königswinter wurde eine größere Summe für die Stiftung erzielt, ebenso in Hürth bei einer Weihnachtsaktion der Feuerwehr auf Initiative des Arbeitgebers von Luis und durch einen großen Supermarkt. Mehrere Grundschulen und Kindergärten beteiligten sich ebenfalls. Darüber hinaus veranstaltete ein Service Club in Hürth ein Benefizkonzert zugunsten der Stiftung. Auch einige Ankerspender aus NRW und sogar anderen Bundesländern trugen signifikant zu diesem tollen Start bei. Dies alles konnte u.a. nur durch das ehrenamtliche Engagement von vielen lieben Menschen mit einer Verwaltungskostenquote (1,5%) sowie einer Marketingkostenquote ( 2,6%), Werte, die ihresgleichen suchen, bewerkstelligt werden.
All diese Aktivitäten fanden innerhalb eines Zeitraums von nur etwa drei Monaten statt – ein eindrucks-volles Zeichen dafür, wie sehr Luis’ Geschichte Menschen bewegt und wie groß die Bereitschaft ist, seine Werte weiterzutragen.
Erste Projekte und internationale Perspektive
Parallel zur Spendenakquise begann die Stiftung unmittelbar mit der inhaltlichen Arbeit. Zwei Grundschulen in Königswinter wurden bereits mit Warnwesten ausgestattet, um die Sichtbarkeit und Sicherheit der Kinder auf dem Schulweg zu erhöhen.
Darüber hinaus sind wir bereits In einer Grundschule in Königswinter in das Thema „Schulstraßen“ (Temporäre Straßensperrungen im Umfeld von Grundschulen sollen Kinder in den sensibelsten Zeiten des Tages – beim Bringen und Ab-holen – besser schützen) involviert. Im Jahr 2026 werden weitere Schritte mit den verantwortlichen Institutionen und den unmittelbaren Anwohnern diskutiert.
Außerdem wird die Kooperation mit einem bekannten Jugendcoach ausgebaut, um benachteiligte junge Menschen gezielt zu begleiten und ihnen neue Perspektiven zu eröffnen.
Im Dezember 2025 konnten wir zudem ein soziales Projekt in einem Armenviertel in Timóteo, Brasilien, persönlich kennenlernen und auch mit der Spende von „sestas basicas (=Essenskörbe mit Grundnahrungsmitteln)“ für 50 Familien bereits eine erste karitative Aktion durchführen. In dem Viertel leben rund 220 Familien unter sehr prekären Bedingungen. Mit Hilfe des bestehenden Handball-projektes „Hand7“ soll durch die Stiftung dort künftig der Bau eines Handballplatzes erfolgen.
Um darüber hinaus die Projekte vor Ort nachhaltig und transparent unterstützen zu können, wird 2026 in Brasilien die „Associação Luis Paulo“ als gemeinnütziger Verein gegründet. So stellen wir sicher, dass die Mittel direkt dort ankommen, wo sie gebraucht werden – und dass ihre Verwendung nachvollziehbar bleibt. Als erstes Projekt der „Associação Luis Paulo“ ist die Unterstützung bei der Errichtung eines kleinen Gemeinschafts- und Gesundheitszentrums geplant. Dieses Zentrum wird Raum bieten für ärztliche Sprechstunden, Schulungen, Jugendarbeit und soziale Betreuung.
Des Weiteren prüfen wir eine Unterstützung eines Mädchenprojekts in Malawi, bei dem Fahrräder bereitgestellt werden sollen, damit Mädchen den oft mehr als zehn Kilometer langen Schulweg sicher und überhaupt bewältigen können.
Ausblick und Verantwortung für die Zukunft
So groß die Unterstützung im Gründungsjahr war, so klar sehen wir auch die Risiken: Die hohe Spendenbereitschaft könnte ein Einmaleffekt im unmittelbaren Zusammenhang mit der Tragödie sein. Damit die Stiftung langfristig wirken kann, braucht sie verlässliche, planbare Einnahmen.
Deshalb ist es unser zentrales Ziel, einen Kreis von Dauerspenderinnen und Dauerspendern aufzubauen – Menschen und Unternehmen, die mit regelmäßigen Beiträgen Verantwortung übernehmen. Ebenso sind Ankerspender von entscheidender Bedeutung, die mit größeren Beträgen nachhaltige Projekte ermöglichen.
Wir verstehen diese Stiftung nicht nur als Erinnerung an Luis, sondern als Auftrag: seine Menschlichkeit, seine Selbstlosigkeit und seine Fürsorge für Kinder in konkrete Hilfe zu übersetzen – heute und in Zukunft. Jeder Beitrag, jede Partnerschaft und jede Spende trägt dazu bei, dass aus einem tragischen Verlust bleibende Hoffnung entsteht.
Aber wir haben auch noch so viel mehr vor ...
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